Kapelle Siebeneich

Die 1722 erbaute Kapelle erhielt eine im selben Jahr gemalte Kopie von der damals Aufsehen erregenden „Weinenden Maria von Pócs“. Im österreichisch-ungarischen Pócs hatte 1696 ein Marienbild zu weinen begonnen. Ein Jahr später wurde es in den Wiener Stephansdom überführt. Pócs erhielt darauf eine Kopie, die ebenfalls zu weinen begann. Diese Wunder verbreiteten Kopien des im Stil einer byzantinischen Ikone gemalten Bildes von „Maria Pócs“ (bzw. „Maria Pötsch“). Es entstanden neue Wallfahrtsorte, so auch Siebeneich. Pócs ist heute der nationale Marienwallfahrtsort Ungarns. Im Unterschied zum Originalbild handelt es sich bei der Kopie von Siebeneich jedoch um eine Blutweinende Maria. Bereits 1745 wurde die Kapelle in Siebeneich von Jakob Singer auf die heutige Grösse erweitert. 1793 erhielt der Hauptaltar eine zusätliche Kopie der Maria Pócs, erweitert um eine Gruppe von Hilfesuchenden. Auch dieses Gemälde zeigt eine Blutweinende Maria. Mit der Entfernung dieses Altarbildes 1860 verlor die Wallfahrt nach Siebeneich vorübergehend ihre Bedeutung. Beim Erdbeben von 1964 wurde das Gotteshaus stark beschädigt, doch 1973 in seiner ursprünglichen Gestalt und Ausstattung – mit dem Gnadenbild von 1793 – wieder hergestellt. Es waren ungarische Flüchtlinge, die 1954 das Gnadenbild von 1722 über die Eingangstür entdeckten und der Wallfahrt neuen Auftrieb gaben. Jährlich findet seither am Pfingstmontag eine Ungarn-Wallfahrt statt.

Quelle: Wallfahrtsführer der Schweiz von Lothar Emanuel Kaiser, Text von Rudolf Gut

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