vom 11. March 2012
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Jahresthema

 

 «Brücken bauen»

 
 
Das neue Jahresmotto
 
Das Jahresmotto unserer Pfarrei für das Schuljahr 2011-2012 lautet: Brücken bauen.  
Brücken werden tagtäglich gebaut - wenn nicht gerade bei uns im Dorf, dann sicherlich im Nachbardorf oder Kanton. Ohne Brücken scheint unser Leben gar nicht möglich. Ob Holz-, Stein-, Beton- oder Eisenbahnbrücken - sie alle sind aus der Landschaft nicht mehr wegzudenken. Ihr Zweck: Sie verbinden räumlich Getrenntes. So wurde die Brücke zum Symbol für die Verbindung von Entgegengesetztem oder Getrenntem. 
 
Brücken bauen ist also die Einladung an jeden von uns, das Trennende in der Beziehung zu uns selber, zu unseren Mitmenschen, zur Umwelt und zu Gott zu überwinden und die "Verbindung" zueinander (wieder) herzustellen. 
 
 
Die Brücke zu mir selber
 
Je nach ihrer Grösse ist eine Brücke irgendwann fertig gebaut. Der Bau der Brücken aber, die wir in übertragenem Sinn bauen, wird nie abgeschlossen sein. Eine solche Brücke ist die Brücke zu mir selber. In dem Film "Kick it like Beckham" (GB/DE 2002, Regisseurin Gurinder Chadha) fragt der Fussbaltrainer eine seiner Spielerinnen: "Wessen Leben lebst du eigentlich?"
Wessen Leben lebe ich? Bin ich mir selber treu? Kenne ich meine Stärken und Schwächen? Wie gehe ich mit meiner Gesundheit um? Das sind einige Fragestellungen, die uns aufzeigen können, ob die Brücke zu uns selber existiert oder ob sie vielleicht eingestürzt ist.        
 
 
Die Brücke zu meinen Mitmenschen
 
"Was nützt es uns, den Weltraum zu erobern, wenn wir die kleinste Distanz von Mensch zu Mensch nicht bewältigen können?" (Franz König, früherer Erzbischof von Wien).
Der Bau der zweiten Brücke - die Brücke zu meinen Mitmenschen - ist nicht immer leicht, aber möglich. Oft setzen wir Menschen aber anderswo die Prioritäten. Gerade die Weltraumeroberung beansprucht eine ungeheure Menge an Kraft und Ressourcen. Mit deren Hilfe könnten wir unzählige Brücken zueinander bauen: Z.B. zu den an Hunger leidenden Menschen. Seit 2009 gibt es offiziell mehr als eine Milliarde hungernde Menschen auf unserer Erde. 
Wie könnten wir ganz konkret Brücken zueinander bauen? Einige gute Impulse dazu finden wir im folgenden Gebet, das dem Heiligen Franz von Assisi zugeschrieben wird: 
 
"O Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe übe, wo man sich hasst; dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht; dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel drückt; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweifelung quält; dass ich Licht entzünde, wo die Finsternis regiert; dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt." 
 
 
Die Brücke zur Umwelt
 
Die Brücke zur Umwelt ist vor allem in letztem und diesem Jahrhundert ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Unzählige Umweltkatastrophen, wie z.B. die atomaren Katastrophen von Chernobyl und Fukushima, haben uns vor Augen geführt, wie wichtig es ist, Sorge um diese Brücke zu tragen. Sonst droht sie einzustürzen und den folgenden Generationen den Weg in die Zukunft zu versperren. 
 
 
Die Brücke zu Gott
 
Dem Bau der Brücke zu Gott wurde in jeder Kultur und Generation ein zentraler Platz eingeräumt. Schon immer haben die Menschen gespürt  und daran geglaubt, dass es Jemanden geben muss, der für unser Dasein verantwortlich ist. Wir Christen nennen ihn Gott. Wie wir die Brücke zu Gott schlagen können, lernen wir am Beispiel von Jesus von Nazareth. Er selber ist sogar die Brücke, durch die wir zu Gott gelangen: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch (über) mich." (Joh 14, 6)
 
Ich wünsche uns allen den Mut zum Bau von Brücken, denn Brücken öffnen uns den Weg zum Glück, Mauern versperren ihn. Daher "Brücken bauen, nicht verzagen, komm, sei fröhlich, mach doch mit." (Susanne Tönsmann)    
 
Cristinel Eugen Rosu